Informatik für Alle!
Bericht zur 20. Informatik-Fachtagung der SH-HILL und des IQSH am 15. November 2025 in Bad Segeberg
Der diesjährige Landesfachtag Informatik der GI-Fachgruppe SH-HILL und des IQSH fand am 15. November 2025 im Städtischen Gymnasium Bad Segeberg statt und stand unter dem Motto „Informatik für Alle!“. Aus mehreren Schularten und aus beiden Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg kamen mehr als 80 Lehrkräfte zusammen. In Vorträgen und Workshops konnten sie sich zu inklusivem Informatikunterricht, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie aktuellen Themen wie Künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit und Physical Computing austauschen und fortbilden.
Nach der Ankunft und Registrierung eröffnete Moritz Kreinsen, Sprecher der Fachgruppe SH-HILL, die Tagung. Die Grußworte erfolgten durch den Schulleiter des Städtischen Gymnasiums, Thomas Schwerin, und Philipp Möller, Sachgebietsleiter des IQSH. Deutlich wurde schon hier, was sich durch den gesamten Tag ziehen sollte: Informatik als Fach, das Zugänge eröffnet – für alle Lernenden. Das gastgebende Städtische Gymnasium Bad Segeberg bot dafür mit seinen Räumlichkeiten, der vorhandenen Technik und der Unterstützung durch die Informatik-Fachschaft, insbesondere Daniel Herr, einen sehr passenden Rahmen.
Im ersten Hauptvortrag des Tages, anmoderiert von Andreas Mühling, dem stellvertretenden Sprecher der SH-HILL, widmete sich André Hilbig (Bergische Universität Wuppertal) den „Herausforderungen und Chancen von Inklusion und Informatikunterricht“. Ausgehend von der Beobachtung, dass Informatik längst Bestandteil allgemeiner Bildung ist, stellte er unterschiedliche Perspektiven zusammen: politische Vorgaben, pädagogische Ansprüche und die berechtigte Erwartung von Eltern und Lernenden, an Bildungsprozessen – einschließlich informatischer Bildung – teilhaben zu können. Anhand von Beispielen assistiver Technologien (Nutzung von Vorlesesoftware) wurde deutlich, wie eng Informatik mit Teilhabe verknüpft ist. Inklusion im Informatikunterricht bedeutet dabei nicht nur, differenzierte Lernangebote zu gestalten, sondern auch die dahinterliegenden Modelle, Datenrepräsentationen und Barrierefreiheit selbst zum Unterrichtsgegenstand zu machen. Der Vortrag endete mit einem klaren Appell: Barrierefreiheit muss im Unterricht Teil des informatischen Modellierungszyklus werden und sein.
Nach einer kurzen Kaffeepause startete die erste Workshop-Phase. Einige Angebote mussten krankheitsbedingt entfallen, doch das Programm blieb insgesamt breit gefächert und praxisorientiert. Die Teilnehmenden verteilten sich auf Workshops, die von Physical Computing über Datenbanken bis hin zu IT-Sicherheit und Kryptowährungen reichten. Die Mischung aus eher konzeptionellen Formaten, unplugged-Ansätzen und „Hands-on“-Programmierung sorgte für regen Austausch – nicht nur in den Workshops selbst, sondern auch auf den Fluren und in der Cafeteria.
In der Mittagspause blieb ausreichend Zeit für Vernetzung – viele nutzten sie, um Kontakte von früheren Fachtagungen, aus dem Referendariat oder den Informatik-Weiterbildungskursen zu pflegen oder neue Kooperationen anzubahnen. In der zweiten Hälfte der Pause fand die Mitgliederversammlung der Fachgruppe SH-HILL statt, in der neben Berichten aus der Arbeit der Fachgruppe auch aktuelle Entwicklungen rund um Informatik als Pflichtfach in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die Weiterentwicklung der Fachgruppe diskutiert wurden.
Am Nachmittag stand die zweite, viergeteilte Keynote im Zeichen der „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Informatikunterricht“. In vier kurzen Impulsen, durch die Monika Seiffert aus dem Leitungsgremium der SH-HILL führte, wurden konkrete Zugänge für den Unterricht vorgestellt:
- Informatik im Orientierungsrahmen Globale Entwicklung für die Oberstufe (Peer Stechert),
- BNE-Kontexte für die Simulation dynamischer Systeme (Torsten Otto),
- Calliope mini Smart Home – Zukunft nachhaltig gestalten (Jørn Alraun) sowie
- Umweltinformatik begreifbar machen – Informatische Zugänge zu nachhaltiger Entwicklung (Kira Klaner).
Im Anschluss daran startete die zweite Workshop-Phase. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, ein anderes Themenfeld zu erkunden als am Vormittag. Eine Auswahl der angebotenen Themen:
- Snap! in der echten Welt,
- Physical Computing neu gedacht,
- BNE trifft Informatik – Programmieren mit dem Calliope mini!
- CyberDefense Lab – Technische Hintergründe und praktische Einblicke,
- Musik trifft Mikrocontroller – Dein Sound, dein Code!
- Entwicklung einer App als projektbasierte Unterrichtsidee
- KI unterrichten mit IT2School – „Schlag das Krokodil“ sowie
- GuiPy – eine Python-IDE für die Schule.
Gegen 17 Uhr endete der Landesfachtag. Die Informatik-Fachtagung 2025 in Bad Segeberg hat das Motto „Informatik für Alle!“ auf vielfältige Weise eingelöst – durch inhaltliche Impulse zu Inklusion und nachhaltiger Entwicklung ebenso wie durch ein breites Workshop-Angebot, das Informatikunterricht für unterschiedliche Schularten und Kompetenzniveaus konkret werden lässt.
Wir freuen uns auf die Informatik-Fachtagung im nächsten Jahr, am 7. November 2026 am Kurt-Körber-Gymnasium Hamburg.

















































